Segelboote sind bei stürmischem Wetter besonders gefährdet, da plötzliche Wetterumschwünge sowohl die Crew als auch das Material stark beanspruchen. Bereits eine unerwartete Böe oder ein kurzes Gewitter können zu kritischen Situationen führen. In solchen Momenten ist es entscheidend, optimal vorbereitet zu sein und alle Sicherheitsvorkehrungen im Griff zu behalten.
Wer sich bei schwerem Wetter aufs Wasser wagt, sollte den sicheren Umgang mit Sturmsegeln beherrschen. Ebenso wichtig ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und den Empfehlungen der Wetterdienste aufmerksam zu folgen. Schon kleine Fehleinschätzungen können schwerwiegende Folgen haben.
- stark wechselnde Bedingungen,
- heftige Windstöße,
- hoher Wellengang,
- schlechte Sicht,
- unsichere Navigation.
Diese Faktoren zählen zu den größten Herausforderungen beim Segeln im Sturm und erhöhen das Risiko für Crew und Boot erheblich. Eine gründliche Törnplanung ist daher unerlässlich. Dazu gehören:
- präzises Beobachten der aktuellen Wetterlage,
- Vorbereitung von Alternativrouten,
- klare Handlungsabläufe für Notfälle an Bord.
Extreme Wetterbedingungen verlangen vom Skipper maximale Flexibilität und stellen die Sicherheit der Mannschaft immer an erste Stelle. Wer über Erfahrung verfügt, setzt auf intensive Vorbereitung:
- regelmäßige Übungen von Notfallmanövern,
- sorgfältige Kontrolle aller sicherheitsrelevanten Ausrüstungsgegenstände,
- kontinuierliches Einholen aktueller Wetterinformationen.
Mit konsequenter Umsetzung dieser Maßnahmen lässt sich selbst raues Wetter meistern – unabhängig davon, ob man auf offener See oder in Küstennähe unterwegs ist.
Sturmzeichen und Wettervorhersage: Wie erkennt man drohende Gefahr?
Sturmwarnungen machen sich häufig durch abrupte Wetterumschwünge bemerkbar. Plötzlich ändern sich die Windrichtungen, heftige Böen treten auf oder dunkle Wolken rasen über den Himmel – alles Hinweise darauf, dass das Wetter auf See gefährlich werden könnte. Ein schnell und deutlich fallender Luftdruck, der mit einem Barometer feststellbar ist, weist meist ebenfalls auf einen nahenden Sturm hin. Auch Gewitter sind nicht zu unterschätzen: Blitzschläge und Donnergrollen gelten als eindeutige Alarmzeichen.
Um rechtzeitig vorbereitet zu sein, lohnt es sich, aktuelle Wetterprognosen zu verfolgen. Digitale Dienste wie moderne Apps oder Radarsysteme liefern fortlaufend neue Warnungen und ermöglichen es, die Wetterlage stets im Auge zu behalten. Zusätzlich bieten Funkgeräte Zugang zu offiziellen Sturmwarnungen für das jeweilige Fahrtgebiet.
- plötzliche Änderung der Windrichtung,
- heftige Böen,
- dunkle, schnell ziehende Wolken,
- schnell fallender Luftdruck laut Barometer,
- Blitz und Donner als Alarmzeichen.
Besonders erfahrene Skipper erkennen selbst kleinste Veränderungen: Wird die Luft plötzlich feuchter? Steigt unerwartet die Temperatur? Tauchen gelblich-braune Wolken mit zerrissenen Rändern am Horizont auf? Wer diese Hinweise ignoriert oder bestehende Warnungen missachtet, setzt sich unnötigen Gefahren aus.
Auch ohne Internetverbindung bleibt man nicht schutzlos: Über UKW-Funk lässt sich regelmäßig der neueste Stand abfragen. Wer diesen Kanal nutzt, verringert das Risiko erheblich, überraschend in schlechtes Wetter zu geraten.
Letztendlich kommt es darauf an, sowohl typische Sturmmerkmale frühzeitig wahrzunehmen als auch verfügbare Wetterdaten umsichtig auszuwerten. Nur so lassen sich fundierte Entscheidungen für den weiteren Verlauf des Törns treffen – selbst bei plötzlichen Witterungsänderungen.
Vorbereitung auf den Sturm: Törnplanung, Ersatzrouten und Bootsprotokoll
Eine durchdachte Törnplanung bildet die Grundlage für sicheres Verhalten bei aufkommendem Sturm. Bereits vor dem Ablegen sollte der Skipper die aktuellen Wetterberichte aufmerksam verfolgen, um mögliche kritische Zeitfenster frühzeitig zu erkennen. Bei der Routenwahl empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass im Ernstfall ein sicherer Hafen oder eine geschützte Bucht rasch angesteuert werden kann. Auch alternative Wege sollten vorbereitet sein, sodass spontane Kursänderungen problemlos möglich sind und verschiedene Zufluchtsorte entlang der Strecke berücksichtigt werden. Diese Pläne müssen so ausgearbeitet sein, dass die Crew bei plötzlichen Wetterumschwüngen zügig reagieren kann.
Doch damit ist es nicht getan: Es lohnt sich ebenso, gleich zu Beginn Ausweichmöglichkeiten festzulegen und regelmäßig neue Wettervorhersagen einzuholen. Moderne Navigations-Apps erleichtern es zusätzlich, den Kurs flexibel anzupassen und gefährliche Seegebiete rechtzeitig zu meiden.
Im Bordbuch werden sämtliche sicherheitsrelevanten Maßnahmen dokumentiert – von gesicherten Gegenständen über das korrekte Verschließen von Luken bis hin zum sorgfältigen Verstauen der Segel. Darüber hinaus wird klar geregelt, wer an Bord welche Aufgaben übernimmt, damit im Notfall jeder Handgriff sitzt. Auch regelmäßige Trainings wie Reffen oder das Durchspielen von Notfallsituationen finden dort ihren Platz.
- checklisten für die Sicherheitsausrüstung sind dabei unverzichtbar,
- vor jedem Start überprüft man Schwimmwesten, Rettungsinsel sowie Funkgerät,
- alle Notfallwerkzeuge werden auf ihre Einsatzbereitschaft kontrolliert,
- die Crew wird regelmäßig mit den Abläufen vertraut gemacht,
- trainings und Übungen werden fest eingeplant.
Gerade wenn ein Unwetter droht, steigen die Anforderungen an jedes Crewmitglied spürbar. Alle an Bord müssen mit den Abläufen vertraut sein und regelmäßig an Übungen teilnehmen. Ein funktionierendes Alarmsystem sowie verlässliche Kommunikationswege sorgen dafür, dass im Ernstfall keine wertvolle Zeit verloren geht.
Dank dieser strukturierten Vorbereitung weiß jeder genau, was zu tun ist – sowohl auf hoher See als auch in Küstennähe bieten klare Abläufe Sicherheit selbst unter Stress. So lassen sich Gefahren durch Sturm gezielt minimieren und ein hohes Maß an Sicherheit während des gesamten Törns bleibt gewährleistet.
Sicherheitsausrüstung und Crew-Anforderungen bei Sturmfahrten
Wer bei stürmischem Wetter segelt, darf auf die richtige Sicherheitsausrüstung nicht verzichten – sie schützt das Leben der ganzen Crew. Jede Person an Bord sollte stets eine Rettungsweste zur Hand haben.
- notfallraketen,
- ein gut ausgestattetes erste-hilfe-set,
- ein funktionierendes funkgerät,
- eine rettungsinsel,
- sicherheitsleinen und lifebelts.
Diese Ausrüstung gehört zur unverzichtbaren Basisausstattung. Bevor das Boot ablegt, wird alles gründlich kontrolliert, damit mögliche Mängel frühzeitig entdeckt werden. Sicherheitsleinen und Lifebelts sorgen zusätzlich dafür, dass niemand versehentlich ins Wasser fällt.
Wenn starker Wind aufkommt, steigt die Belastung für alle an Bord spürbar. Dann ist es entscheidend, dass jeder mit den vorhandenen Schutzmitteln umgehen kann und im Ernstfall weiß, wie er reagieren muss. Regelmäßige Übungen sind unerlässlich – nur wer Abläufe immer wieder trainiert hat, bleibt auch unter Stress handlungsfähig. Eine klare Aufgabenverteilung sowie offene Kommunikation helfen außerdem dabei, in kritischen Momenten schnell zu handeln.
Erfahrene Segler sind besonders wertvoll für die Mannschaft: Bei rauer See kommt es vor allem auf zügige und sichere Manöver an. Das Reffen oder Setzen von Sturmsegeln verlangt Routine – denn kleine Fehler können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Auch der Wachwechsel spielt eine große Rolle; so bleibt die Aufmerksamkeit jederzeit hoch und unvorhergesehene Wetterumschwünge entgehen niemandem.
Untersuchungen zeigen immer wieder, dass viele Unfälle aus Mangel an Vorbereitung oder fehlender Praxis im Umgang mit Notfällen passieren. Wirklich sicher unterwegs ist nur, wer sowohl bestens ausgerüstet als auch optimal geschult in den Sturm startet.
Sturmsegeln: Segelwahl, Reffen und Sturmbesegelung
Die Auswahl des passenden Segels ist beim Segeln in stürmischen Bedingungen ausschlaggebend für Kontrolle und Sicherheit. In solchen Situationen bewähren sich kleine, widerstandsfähige Segel wie Sturmfock und Trysegel besonders:
- sie reduzieren die Angriffsfläche für den Wind deutlich,
- sorgen dafür, dass das Boot weiterhin manövrierfähig bleibt,
- bieten zusätzliche Sicherheit bei stürmischem Wetter.
Die Sturmfock macht nur etwa ein Viertel der Fläche eines üblichen Vorsegels aus, wird aus extra starkem Material gefertigt und sollte am besten an einem separaten Vorstag angebracht werden. Das Trysegel ersetzt bei extremen Wetterlagen das Großsegel, verzichtet auf Segellatten und besitzt ein offenes Unterliek, was Schäden am Rigg vorbeugt.
Das rechtzeitige Reffen ist ebenso entscheidend:
- frühzeitiges Verkleinern von Haupt- oder Vorsegel verringert effektiv die Angriffsfläche,
- moderne Rollreffanlagen ermöglichen schnelle Anpassung an wechselnde Bedingungen,
- traditionelle Systeme erfordern eingespieltes Teamwork an Bord,
- zu spätes Reffen kann zu Kontrollverlust oder Beschädigungen führen.
Sturmbesegelung bedeutet gezielten Wechsel auf speziell ausgelegte Sturmsegel. Ab etwa 8 Beaufort sind sie unverzichtbar für größtmögliche Sicherheit auf See. Herkömmliche Rollgenuas bestehen meist aus dünnem Tuch und sind ungeeignet – sie verlieren ihre Formstabilität und können das Rigg gefährden.
Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend:
- griffbereites Verstauen sämtlicher Sturmsegel,
- regelmäßiges Trainieren von Segelwechseln,
- effiziente Reffmanöver üben,
- Yachten mit korrekt gesetztem Sturmbesegel bleiben besser steuerbar,
- seltener Schäden am Rigg bei heftigem Wetter.
Im Ernstfall zählt jede Minute – häufig muss binnen kürzester Zeit von Normal- auf Sturmbesegelung umgestellt werden, da Böen oft überraschend auftreten. Jede Reduzierung der Segelfläche trägt unmittelbar zur Erhöhung der Sicherheit von Mannschaft und Schiff bei schweren Stürmen bei.
Sturmtaktiken auf See: Manöver, Abwettern und Beiliegen
Sturmtaktiken auf See sind entscheidend, um ein Segelboot auch bei extremen Bedingungen sicher zu steuern und das Risiko einer Kenterung zu minimieren. Besonders bewährt haben sich dabei das Abwettern, das Beiliegen sowie der Einsatz eines Treibankers.
- beim abwettern steuert die Crew das Boot frontal gegen den Wind, sodass der Bug direkt in die Wellen zeigt,
- durch diese Ausrichtung bietet der Rumpf den anrollenden Wassermassen weniger Angriffsfläche, was besonders bei starkem Seegang ab etwa vier Metern Wellhöhe für zusätzliche Stabilität sorgt,
- eine weitere bewährte Maßnahme ist das beiliegen, bei dem die Segel stark verkleinert und so getrimmt werden, dass das Boot langsam seitlich zum Wind treibt,
- das Ruder wird nach Luv fixiert, wodurch die Yacht eine stabile Querposition zum Wind einnimmt und mit gedrosselter Geschwindigkeit kontrollierbar bleibt,
- bei extremem Wetter ab acht Beaufort oder plötzlich auftretenden Böen bewährt sich dieses Manöver besonders,
- studien belegen: beim beiliegen kentern Yachten seltener und Schäden am Deck halten sich meist in Grenzen,
- als dritte Möglichkeit kommt der Einsatz eines Treibankers wie dem „Jordan Series Drogue“ infrage,
- dieses Hilfsmittel hält das Schiff selbst bei schwerer See auf Kurs und verhindert gefährliche Drehbewegungen,
- erfahrungswerte zeigen, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit gravierender Beschädigungen um bis zu 60 Prozent sinkt.
Welche Taktik gewählt wird, hängt von mehreren Faktoren ab: Bootsgröße, Crew-Erfahrung, Windrichtung und Wellenrichtung spielen eine zentrale Rolle. Regelmäßiges Überwachen des Wetters und aktives Trainieren von Notfallmanövern sind unerlässlich.
- moderne Yachten verfügen über spezielle Sicherheitsausstattung wie Sturmsegel oder fest installierte Lifelines,
- diese Hilfsmittel unterstützen klassische Manöver und erhöhen den Schutz für alle an Bord,
- erfahrene Crews behalten mit diesen Taktiken auch unter schwierigsten Bedingungen die Kontrolle – vorausgesetzt, sie reagieren rechtzeitig und handeln entschlossen.
Sturmtaktiken in Küstengewässern und Bewertung des Ankerplatzes
Sturmtaktiken in Küstennähe unterscheiden sich deutlich von denen auf offener See. In unmittelbarer Nähe zum Land ist die Gefahr am größten, auf Grund zu laufen oder durch ablandigen Wind Richtung Ufer gedrückt zu werden. Deshalb kommt der Auswahl des Ankerplatzes eine zentrale Bedeutung für die Sicherheit von Mannschaft und Schiff zu.
Bei der Auswahl des Ankerplatzes müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden:
- tiefe des Wassers,
- bodenverhältnisse wie Sand oder Schlick,
- aktuelle und bevorstehende Windrichtungen,
- vorhandensein einer gut geschützten Bucht,
- ausreichender Abstand zu Untiefen oder Felsen.
Solche Gefahrenstellen dürfen keinesfalls unterschätzt werden.
Auch die Bauweise des Boots beeinflusst das Verhalten bei schwierigen Bedingungen. Yachten mit flachem Kiel und widerstandsfähigem Rumpf sind besonders bei wechselhaftem Wetter im Vorteil. Dreht der Wind, muss umgehend geprüft werden, ob der gewählte Platz noch Schutz bietet oder ein neuer Ankerplatz gesucht werden sollte. Tatsächlich entstehen rund 70 Prozent aller Havarien nahe der Küste durch Fehler beim Festmachen.
- notanker,
- stabile Kettenvorläufer,
- ausreichend lange Leinen,
- einsatzbereite Crew zum schnellen Ankerlichten,
- vorbereitung auf plötzliche Wetterumschwünge.
Eine solide Ausrüstung erhöht die Sicherheit beim Ankern deutlich. Die Crew muss jederzeit einsatzbereit sein, um den Anker schnell zu lichten und den Standort ohne Verzögerung verlassen zu können, falls das Wetter plötzlich umschlägt.
Ein sandiger Grund bietet dem Anker deutlich besseren Halt als schlammiger Untergrund; hier steigt die Haltekraft sogar um bis zu 40 Prozent. Richtet man das Boot zudem zur Hauptwindrichtung aus, verringert sich das Risiko ungewollten Abdriftens spürbar.
An der Küste wechseln Wetterlagen oftmals rasch – ständige Aufmerksamkeit ist daher unerlässlich. Moderne Wetter-Apps informieren zeitnah über drohende Unwetter und erleichtern so Entscheidungen zum Verbleib oder Wechsel des Liegeplatzes.
Kommt es tatsächlich zum Ernstfall, sind klare Absprachen an Bord entscheidend:
- jeder kennt seine Aufgaben,
- handgriffe sitzen im Notfall,
- sofortiges Verlassen eines unsicheren Hafens ist möglich,
- gemeinsame Trainings stärken das Selbstvertrauen der Crew,
- stresssituationen werden besser bewältigt.
Letztlich hängt die Sicherheit eines Segelboots im Sturm in Küstengewässern vom Zusammenspiel zahlreicher Faktoren ab. Sorgfältige Einschätzung der Umgebung, verlässliche Technik an Bord sowie kontinuierliches Beobachten der Wetterentwicklung bilden das Fundament für eine gelungene Bewältigung kritischer Situationen auf See.
Wellen, Seegang und Stabilität: Wie Segelboote in Extremsituationen bestehen
Starke Wellen und heftiger Seegang stellen Segelboote in Extremsituationen vor erhebliche Herausforderungen. Wie stabil ein Boot tatsächlich ist, hängt maßgeblich von seiner Konstruktion, der Materialqualität sowie dem generellen Erhaltungszustand ab. Moderne Yachten verfügen häufig über einen niedrigen Schwerpunkt, eine breite Rumpfform und einen Ballastkiel – all diese Eigenschaften erschweren das Kentern erheblich.
Bei Wellengang mit über vier Meter hohen Brechern wirken enorme Kräfte auf Schiffsrumpf und Takelage. Untersuchungen belegen: Gerade brechende Wellen können bei unzureichender Robustheit des Materials gravierende Schäden verursachen. In solchen Momenten sind strukturelle Defekte nicht ausgeschlossen.
- ausgeglichene gewichtsverteilung an Bord ist entscheidend,
- crew sollte möglichst mittig und tief im Schiff bleiben,
- lose gegenstände müssen sorgfältig gesichert werden,
- richtiges Trimmen der Segel spielt eine zentrale Rolle,
- ein gut gesetztes Sturmsegel reduziert die Angriffsfläche für den Wind deutlich,
- geschicktes Anpassen von Geschwindigkeit und Kurs senkt das Risiko durch seitliche Wellen und Kontrollverlust erheblich.
Viele seetüchtige Boote wurden bereits unter realistischen Bedingungen im Wellenkanal geprüft. Ihre Bauweise sorgt dafür, dass sie selbst bei abrupten Richtungswechseln von Wellen stabil bleiben. Schiffe mit kurzem Hecküberhang tauchen bei steilen Wellen seltener gefährlich tief ein als Modelle mit langem Achterdeck.
- eine routinierte Crew erkennt gefährlichen Seegang wie Kreuzseen oder plötzlich brechende Wellen frühzeitig,
- rechtzeitiges Reagieren ist möglich,
- anpassungen beim Manövrieren sind erforderlich,
- optimale Winkel zur Welle (meist zwischen 30° und 45°) müssen eingehalten werden,
- anderenfalls steigt laut Auswertungen die Kentergefahr um mehr als fünfzig Prozent.
Robuste Bauweise, kluge Gewichtsverteilung und angepasste Besegelung sorgen dafür, dass Segelboote auch bei schwerem Wetter sicher steuerbar bleiben – vorausgesetzt, alle Maßnahmen werden konsequent umgesetzt.
Kenterung, Treibanker und Notfallmaßnahmen bei stürmischem Wetter
Bei stürmischem Wetter können hohe Wellen, heftige Windböen oder ein unerwarteter Kontrollverlust schnell zu einer Kenterung führen. In solchen Momenten zählt jede Sekunde. Alle an Bord sollten umgehend Rettungswesten anlegen und möglichst beim Boot bleiben. Ein Treibanker ist dabei ein wertvolles Hilfsmittel: Er stabilisiert das gekenterte Boot, bremst die Abdrift und erleichtert es den Rettungskräften, die Position ausfindig zu machen.
Unverzichtbar sind Notfallwerkzeuge wie Messer: Sie ermöglichen es, sich rasch von Leinen zu befreien oder Hindernisse zu beseitigen. Sollte es tatsächlich zur Kenterung kommen, ist es wichtig, so früh wie möglich per Funkgerät oder Mobiltelefon einen Notruf abzusetzen.
Menschen im Wasser benötigen umgehend Schutz vor Auskühlung – bereits nach kurzer Zeit im kalten Nass können erste Anzeichen einer Unterkühlung auftreten. Deshalb empfiehlt es sich, dass die Crew zusammenbleibt; so bleibt sie besser sichtbar und erhöht ihre Chancen auf schnelle Hilfe.
- rettungswesten sofort anlegen,
- beim boot bleiben,
- treibanker ausbringen,
- notfallwerkzeuge wie messer griffbereit halten,
- sofort notruf per funkgerät oder mobiltelefon absetzen,
- crew bleibt zusammen für bessere sichtbarkeit und schutz vor auskühlung,
- regelmäßig notfallsituationen üben und aufgaben im ernstfall klar verteilen.
Regelmäßiges Üben von Notfallsituationen sowie ein klar definierter Plan tragen entscheidend zur Sicherheit bei. Jeder an Bord sollte wissen, was im Ernstfall zu tun ist und welche Aufgaben ihn bei einer Kenterung erwarten. Der Treibanker spielt hierbei eine besondere Rolle: Indem er den Bug gegen Wind und Wellen richtet, senkt er das Risiko weiterer Kenterungen spürbar.
Wie wichtig schnelles und richtiges Handeln ist, zeigt ein Vorfall vom 23. Oktober 2025 in Radolfzell: Dort verhinderten geübte Abläufe und der zügige Einsatz des Rettungsdienstes Schlimmeres – die Betroffenen kamen mit leichter Unterkühlung davon und schafften es selbstständig ans Ufer.
Zahlen bestätigen: Wer gut vorbereitet ist und über vollständige Sicherheitsausrüstung verfügt, verringert das Risiko schwerer Unfälle erheblich.
Sicheres Festmachen und Schutz in der Marina bei Sturmwarnung
Ein sicheres Festmachen in der Marina ist bei Sturmwarnung besonders wichtig. Nur durch sorgfältige Vorbereitung lassen sich Schäden am Boot und am Steg verhindern. Es empfiehlt sich, Festmacherleinen zu verstärken und idealerweise doppelt zu legen. Dadurch wird die Windkraft besser verteilt und das Boot liegt stabiler. Ruckdämpfer an den Leinen leisten wertvolle Dienste, da sie plötzliche Belastungen durch starke Böen oder Wellen abfedern.
- festmacherleinen verstärken und doppelt legen,
- ruckdämpfer anbringen,
- fender in ausreichender Menge (mindestens fünf pro Seite) korrekt platzieren,
- geschützten liegeplatz wählen und exponierte Bereiche meiden,
- muringleinen nutzen, falls vorhanden.
Um seitliche Stöße zu vermeiden, sind Fender unerlässlich. Sie sollten in ausreichender Menge vorhanden und korrekt angebracht werden. Bei starkem Wind mindestens fünf an jeder Seite – so steigt der Schutz für das Boot spürbar.
Die Auswahl des Liegeplatzes beeinflusst maßgeblich den Schutz vor Unwetterschäden. Ein Platz, der wenig Seitenwind ausgesetzt ist, schont das Boot, da Querbelastungen ansonsten besonders hoch ausfallen können. Wer exponierte Bereiche verlässt oder meidet, reduziert Risiken deutlich. Sind Muringleinen verfügbar, erhöhen diese zusätzlich die Stabilität.
Achten Sie darauf, dass keine Leine über scharfe Kanten läuft. Scheuerschutz mithilfe von Schläuchen oder Tüchern ist unverzichtbar. Verwenden Sie nur einwandfreies Tauwerk – alte Fallen oder ausgediente Schoten sind als Festmacher ungeeignet.
- scheuerschutz mit schläuchen oder tüchern anbringen,
- nur intakte leinen als festmacher verwenden,
- lose ausrüstung wie bimini-tops, persenninge oder beiboote sichern oder entfernen,
- navigationslichter einschalten, besonders bei regen oder dunkelheit,
- motor laufen lassen, um batterien zu laden und manövrierfähigkeit zu sichern.
Droht ein Sturm, empfiehlt es sich, lose Ausrüstung festzulaschen oder ganz von Bord zu nehmen. Damit sinkt die Gefahr weiterer Schäden erheblich.
Ein laufender Motor sorgt dafür, dass Batterien geladen bleiben und das Boot im Notfall manövrierfähig ist. Navigationslichter helfen, die eigene Position sichtbar zu machen und Kollisionen mit anderen Wasserfahrzeugen vorzubeugen.
Auch die regelmäßige Kontrolle aller Leinen auf Abnutzung gehört zur Vorbereitung. Bei steigendem Wasserstand, etwa durch eine Sturmflut, sollten Leinen rechtzeitig nachgespannt werden. Im Ernstfall müssen alle Verbindungen rasch gelöst werden können – setzen Sie deshalb auf leicht lösbare Knoten wie Palstek oder Slipstek.
Über 80 Prozent aller Sturmschäden in Marinas entstehen durch unzureichende Befestigung oder defekte Verbindungen. Wer umsichtig plant und alle genannten Maßnahmen frühzeitig umsetzt, schützt nicht nur sein eigenes Segelboot zuverlässig, sondern trägt zugleich zur Sicherheit aller Boote im Hafen bei.